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Die meisten Schäden beim Fensterausbau entstehen durch Hebeln. Sägen Sie den Blendrahmen an zwei Stellen durch, statt ihn im Ganzen herauszubrechen, dann kommt jedes Teil ohne Druck auf Putz und Laibung heraus. Schneiden Sie vorher die Fuge innen und außen auf.
Der Ausbau selbst ist nicht schwer. Teuer wird er dort, wo etwas mitgeht, das nicht mitgehen sollte, und das sind immer dieselben fünf Stellen.
Die gemeinsame Ursache steht in vier von fünf Zeilen: Hebeln. Ein Blendrahmen, der im Ganzen herausgebrochen wird, überträgt die Kraft in genau die Bauteile, die Sie danach reparieren müssen.
Die Lösung ist immer dieselbe. Sägen Sie den Rahmen an zwei oder drei Stellen durch, dann löst sich jedes Teil einzeln und kippt nach innen, ohne gegen etwas zu drücken.
Drei Dinge gehören erledigt, bevor Sie anfangen.
Genehmigung. Der Tausch gegen ein gleich aussehendes Fenster ist in der Regel verfahrensfrei. Ändert sich das äußere Erscheinungsbild oder die Öffnungsgröße, kann eine Anzeige oder eine Genehmigung nötig sein. Zuständig ist die Landesbauordnung Ihres Bundeslandes, dazu kommen örtliche Satzungen und bei Denkmalschutz eigene Regeln. Fragen Sie beim Bauamt nach, bevor Sie bestellen.
Maße. Das neue Fenster wird auf die Rohöffnung mit Montagespiel gefertigt, nicht auf den alten Rahmen. Da Sie die Öffnung erst nach dem Ausbau genau messen können, messen Sie an drei Stellen je Richtung und rechnen konservativ. Unser Leitfaden zum Ausmessen geht das durch.
Zeit. Planen Sie einen ganzen Tag pro Fenster und eine zweite Person ein. Ausbau und Einbau gehören auf denselben Tag, und eine Platte auf Maß sollte bereitliegen, falls es doch länger dauert.
Die Laibung ist die Stelle, an der Sie den Schaden am ehesten sehen, weil sie im Raum sichtbar ist. Der Putz reicht dort meist bis an den Blendrahmen heran und ist an dieser Kante am dünnsten.
Schneiden Sie die innere Fuge zwischen Rahmen und Putz vollständig auf, bevor Sie irgendetwas bewegen. Ein Cuttermesser reicht. Bleibt die Fuge stehen und Sie ziehen am Rahmen, reißt sie den Putzstreifen mit ab, und Sie verputzen danach rundum nach.
Schneiden Sie auch die innere Anschlussfuge des Fensterbrettbereichs auf, falls dort gedichtet oder gespachtelt wurde. Diese Stelle wird oft übersehen und ist der häufigste Ausgangspunkt für einen Riss, der sich diagonal in die Laibung zieht.
Arbeiten Sie danach immer nach innen. Ein Rahmenteil, das in den Raum kippt, drückt gegen nichts. Ein Rahmenteil, das nach außen gedrückt wird, drückt gegen den Putz auf der anderen Seite.
Außen ist die Lage schwieriger, weil Sie den Schaden erst sehen, wenn Sie um das Haus herumgehen, und weil die Putzschicht dort oft dünner ist als innen.
Bei einem Wärmedämmverbundsystem ist sie wenige Millimeter stark und sitzt auf Dämmplatten. Sie hält so gut wie keine Zugkraft aus, und eine Fuge oder eine Anputzdichtleiste, die am Rahmen klebt, nimmt sie beim ersten Bewegen mit. Der Schaden ist dann kein Riss, sondern eine abgerissene Fläche.
Trennen Sie deshalb außen sauber, bevor der Rahmen sich bewegt. Schneiden Sie die Fuge auf und lösen Sie eine vorhandene Anputzdichtleiste kontrolliert, statt sie mit dem Rahmen herauszureissen.
Wissen Sie nicht, ob Ihre Fassade ein WDVS ist, hilft der Klopftest: ein hohler, weicher Klang neben dem Fenster deutet auf Dämmung unter dünnem Putz hin. Unser Beitrag zum Abdichten nach Fassadentyp geht näher darauf ein.
Ist der Außenputz bereits längs des Rahmens gerissen, bevor Sie anfangen, planen Sie die Ausbesserung gleich mit ein. Sie werden sie brauchen.
Die innere Fensterbank sitzt in der Regel unter dem Blendrahmen, nicht davor. Das heißt: sie wird nicht mit herausgenommen, und sie lässt sich auch nicht einfach stehen lassen, wenn der Rahmen darauf sitzt.
Lösen Sie sie separat und vor dem Rahmen. Bei einer Bank aus Naturstein oder Beton bedeutet das, die Fuge ringsum aufzuschneiden und sie vorsichtig anzuheben. Bei einer Holz- oder Kunststoffbank ist es meist eine Schraubverbindung oder eine Verklebung.
Wollen Sie die Bank behalten, arbeiten Sie hier langsam. Eine Natursteinbank, die beim Ausbau bricht, ist ein eigener Handwerkerauftrag und passt selten in die Kalkulation, die Sie für den Fenstertausch aufgestellt haben.
Prüfen Sie danach den Bereich darunter. Feuchtigkeit sammelt sich genau dort, und es ist die Stelle, an der ein alter Rahmen am häufigsten weich geworden ist.
Sitzt ein Rollladen vor dem Fenster, laufen die Führungsschienen seitlich am Blendrahmen entlang oder sind daran befestigt. Beim Ausbau kommen sie mit, wenn Sie nichts tun.
Schrauben Sie die Führungen vorher ab und legen Sie sie beiseite. Verbogene Schienen laufen danach nicht mehr rund, und eine aus dem Anker gerissene Schiene bedeutet, dass Sie in die Fassade zurückdübeln müssen.
Prüfen Sie dabei, ob die Führungen zum neuen Fenster passen. Andere Rahmenbreiten ändern den Abstand, und das merkt man erst, wenn der Rollladen wieder eingehängt werden soll.
Der Rollladenkasten selbst bleibt in der Regel, wo er ist. Ist er aber Teil der alten Fensterkonstruktion, gehört das in die Planung und nicht in die Ausführung.
Schritt fünf und sechs sind die beiden, die in den meisten Anleitungen fehlen, und sie sind der Grund, warum diese Anleitung acht Schritte hat statt sechs.
Schritt acht steht bewusst am Ende: nach innen, nie nach außen und nie nach oben. Ein Rahmenteil, das in den Raum fällt, beschädigt höchstens den Boden, den Sie abgedeckt haben.
Arbeiten Sie zu zweit, besonders bei Schritt vier und acht. Ein Flügel mit Glas und ein abgesägtes Rahmenstück kommen beide unangekündigt.